Warum Lundhagsschuhe?Lundhags Schuh

Lundhags-Stiefel mögen auf den ersten Blick etwas seltsam wirken: Sie sind sehr teuer, sehen ungewohnt aus, sind ungefüttert, verfügen über kein modernes Membranmaterial und sind auch noch vergleichsweise schwer. Und dennoch sind die Schuhe bei Kennern äußerst beliebt. Was ist also dran an den Lundhags-Schnürstiefeln?

Skandinavische Schuhe für Skandinavische Bedingungen

Geprägt von viel Niederschlag, langen Wintern mit viel Eis und Schnee und den daraus resultierenden großen Moor-, Sumpf- und Feuchtgebieten stellten die Skandinavischen Vegetations- und Wetterbedingungen besondere Anforderungen an Wanderschuhe. Dies erkannte in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts Jonas Lundhag [Sonderteil: Über Lundhags], der Firmengründer der Schuhmanufaktur Lundhags und entwickelte entsprechend den Anforderungen das erste Paar Lundhagsschuhe, schnell wurden diese zu einem großen Erfolg und erfreuen sich heute weit über Skandinavien hinaus bei Wanderern, Anglern und Jägern einer hohen Beliebtheit.

Aufbau der Lundhagsschuhe

Die Lederstiefel sind im unteren Bereich mit hartem Gummi ummantelt, darauf aufbauenden ist ein hoher Lederschaft. Lundhagsschuhe verfügen über kein Innenfutter, diese Aufgabe übernimmt bei den Schnürstiefeln die Socken und Innensohlen.

Zwiebelschalenprinzip

Lundhags wendet das aus der Funktionsbekleidung bekannte Zwiebelschalenprinzip konsequent auf die Schuhe an: Der Schuh selbst fungiert als 3. und äußerste robuste Schutzschicht, die Fütterung (=Innenschichten) wird durch mehrere übereinander getragene Paar Socken und optionale Woll-Innensohlen gebildet. Dadurch lässt sich die Innenfütterung an die individuellen Erfordernisse in Bezug auf Temperatur und Komfort anpassen. Im Winter beispielsweise werden 2-3 dicke Wollsocken übereinander getragen, im Sommer reicht dann ein dünnes Sockenpaar.

Lundhagsschuh vs. Membranschuh

Bei richtiger Pflege ist ein Lundhags-Schuh mindestens genauso dicht wie ein Membranschuh- hat dabei aber weitreichende Vorteile: Zum einen altern Membrane teils sehr schnell und werden dann an stark beanspruchten Stellen (Knickbereich am Knöchel etc.) spröde und wasserdurchlässig, zum anderen muss auch ein Membranschuh gepflegt und imprägniert werden - dies geht oft auf Kosten der Atmungsaktivität, die Dampfdurchlässigkeit der äußeren Schuhschichten wird verringert und Flüssigkeit sammelt sich im eingenähten Innenfutter des Schuhs. Vor allem auf langen Wandertouren trocknet der Schuh dann kaum noch richtig ab und es ist fast unmöglich den Membranschuh richtig trocken zu bekommen: Mit Lundhags-Stiefeln wird einfach ein frisches Paar Socken angezogen und man hat wieder trockene Füße.

Qualität

Lundhagsschuhe sind hinsichtlich der Qualität und Wertigkeit konkurrenzlos und bieten die höchste derzeit am Markt zu erwerbende Qualität. Sie werden in Schweden von ausgebildeten Schuhmachern handgefertigt. Dabei kommen nur beste und hart getestete Materialien zum Einsatz. Bewusst wird dabei auf fehleranfällige Materialien (Membrane) verzichtet. Lundhags selbst nennt die schuhe einfach (und damit wenig Fehleranfällig), attraktiv, funktional und genial durchdacht.

Lundhagsschuhe und Nachhaltigkeit

Ein Lundhagsschuh hält aufgrund der überragenden Qualität ohne Probleme 10, 15 oder gar 25 Jahre durch. Sollte etwas kaputt gehen, kann man den Mangel ohne Probleme relativ kostengünstig beim Hersteller reparieren lassen, die Sohle lässt sich natürlich auch ersetzen. D.h. ein Schuh muss nur äußerst selten neu gekauft werden, herkömmliche Schuhe müssen weit öfters ersetzt werden und produzieren dabei jede Menge Müll. Natürlich wird auch bei der Herstellung auf Umweltfreundlichkeit geachtet, so wird beispielsweise das Schuhleder mit Pflanzlichen Gerbestoffen gegerbt. Siehe auch Sonderseite: Lundhags & Umweltschutz!

Nicht nur für SkandinavienLundhags Schuhe

Die Lundhagsstiefel wurden zwar für den Einsatz in Skandinavien konzipiert, sind aber nicht darauf beschränkt: Überall wo es feucht und nass sein kann sind sie in ihrem Element. D.h. sie eignen sich optimal für Wander- und Trekkingtouren durch die Fränkische Schweiz, den Bayrischen Wald, das Harz, Bergtouren im Allgäu und den Alpen und und und (nur steigeisenfest sind sie nicht).

Der Preis.

Natürlich sind die Lundhagsschuhe relativ teuer, allerdings relativiert sich der hohe Preis, wenn man die lange Lebensdauer der Schuhe in Betracht zieht. In der Zeit in der man einen Lundhagsschuh "verbraucht", benötigt man mehrer Paare herkömmlicher Wanderstiefel, so gesehen ist ein Lundhagsschuh sogar billiger. Gerechnet auf die gelaufenen Kilometer ist ein Lundhagsschuh in der Regel deutlich billiger als ein herkömmlicher Wanderschuh.

Einlaufen

Lundhagsschuhe sollten natürlich perfekt passen. Allerdings müssen neue Lundhagsstiefel erstmal ausgiebig eingelaufen werden es, dies kann schon einige Kilometer in Anspruch nehmen und auch einige Blasen fordern.

(©Fotos: Mit freundlicher Genehmigung durch Lundhags)